Absolute Return: Stabilität über Marktzyklen hinweg aufbauen

Phasen anhaltender Volatilität haben Investoren erneut vor Augen geführt, dass traditionelle Asset-Allokationen nicht immer ausreichen, um Renditen zu erzielen. Die Herausforderung für viele Portfolios besteht heute darin, Stabilität zu wahren. Für Steve Brann, Founding Partner und CIO von Apollo Multi Asset Management, ist genau hier der Punkt, an dem eine disziplinierte Absolute-Return-Strategie den entscheidenden Unterschied machen kann.

Im Gespräch mit CapitalMarkets.net erläutert Brann, wie Erfahrung, Manager Selection und eine strikte Risk Oversight das Rückgrat des Multi-Strategy-Ansatzes von Apollo bilden. Das Ziel ist ebenso klar wie ambitioniert: konsistente, sich stetig aufbauende Renditen (compounding returns) bei minimalen Drawdowns und einer geringen Korrelation zu den traditionellen Märkten zu erzielen.

Zusammenfassung

Apollo Multi Asset Management wurde 2008 gegründet – in dem, was Brann rückblickend als „eye of the storm“ der globalen Finanzkrise bezeichnet. Von Beginn an war der Auftrag klar definiert: Kapital schützen und zugleich über die Zeit stetige Renditen erzielen. Der Fokus hat sich seither schrittweise von klassischem Multi-Asset-Investing hin zu Absolute-Return-Strategien entwickelt, umgesetzt über UCITS-konforme Fonds mit täglicher Liquidität.

„Der Kern unseres Ansatzes“, so Brann, „liegt darin, Portfolios zu bauen, die über unterschiedliche Marktzyklen hinweg funktionieren – nicht nur in einer einzelnen Phase.“ Jedes Portfolio ist in fünf klar definierte, investierbare Kategorien gegliedert: Event-Driven, Macro, Long-Short Equity, Market-Neutral- und Credit-Strategien. Ziel ist es, mehrere voneinander unabhängige, unkorrelierte Renditequellen zu schaffen.

Mehr als bloße Fondsselektion

Ein zentrales Unterscheidungsmerkmal des Apollo-Ansatzes ist, dass das Team nicht lediglich als Allocator agiert. Die Investmentexperten verfügen selbst über praktische Erfahrung in der Umsetzung von Absolute-Return-Strategien – und damit über ein tiefgehendes Verständnis dafür, was tatsächlich Alpha generiert.

„Wir sind nicht einfach nur Fund-of-Funds-Picker“, betont Brann. „Wir haben diese Strategien selbst gemanagt. Dadurch können wir sozusagen unter die Motorhaube der Investmentmanager schauen und ihre Entscheidungsprozesse sowie Risk Frameworks wirklich verstehen.“

Dieses Detailverständnis hilft dem Team, typische Fallstricke zu vermeiden – insbesondere eine vermeintliche Diversifikation, die sich in volatilen Marktphasen oft als trügerisch erweist. Jeder ausgewählte Manager muss eine idiosynkratische, wiederholbare Performance sowie eine klar erkennbare Unabhängigkeit der Alpha-Quelle nachweisen.

Die Rolle von Liquid Alternatives in heutigen Portfolios

Institutionelle Investoren hinterfragen zunehmend, welchen Platz Liquid Alternatives in der Asset Allocation einnehmen sollten. Brann verweist auf Studien von JPMorgan und BlackRock, die beide eine Allokation von 15–20% in Alternatives empfehlen – und damit eine Abkehr vom traditionellen 60/40-Portfolio propagieren.

Aus seiner Sicht verbessert eine solche Beimischung das Rendite-Risiko-Profil deutlich: „Unsere klassischen Multi-Asset-Portfolios waren teilweise mit 30–40% in Absolute Return investiert, aber für viele Investoren liegt der Sweet Spot näher bei 20%.“

Wichtig ist dabei, dass Liquid Alternatives häufig eine ähnliche Volatilität aufweisen wie Anleihen. Sie können daher sowohl aus dem Equity- als auch aus dem Fixed-Income-Baustein finanziert werden, ohne das Gesamtrisiko des Portfolios wesentlich zu erhöhen.

Quantitative und qualitative Risikoanalyse im Zusammenspiel

Risikomanagement steht im Zentrum der Absolute-Return-Strategie von Apollo. Das Haus kombiniert quantitative Analysen – mithilfe eigener Tools sowie des BlackRock-Aladdin-Systems – mit einer kontinuierlichen qualitativen Überwachung durch den direkten Austausch mit den Managern.

Jedes Portfolio wird Stresstests unterzogen, die verschiedene historische Szenarien abdecken: von der Finanzkrise 2008 über die Pandemie bis hin zu jüngsten Inflationsschocks. Doch Brann macht klar, dass quantitative Modelle allein nicht ausreichen.

„Modelle können nicht jedes Risiko abbilden“, warnt er. „Deshalb sprechen wir monatlich mit jedem Manager und stellen gezielte Fragen – zum Beispiel: Was wäre ein Black-Swan-Event für Ihre Strategie? Wenn mehrere Manager dieselbe Antwort geben, wissen wir, dass sich Korrelationen einschleichen könnten.“

Diese Kombination aus datenbasierter Analyse und erfahrungsgetriebener Einschätzung ermöglicht es dem Team, Komplexität zu steuern, ohne die Portfolios unnötig zu überkonstruieren.

UCITS Framework: Struktur und Schutzmechanismus

Ein weiteres zentrales Element des Apollo-Ansatzes ist die Nutzung des UCITS Frameworks. Es erlaubt institutionellen Investoren den Zugang zu hedgefondsähnlicher Diversifikation innerhalb einer regulierten und liquiden Struktur.

„UCITS bietet exzellente Leitplanken“, sagt Brann. „Es gibt strenge Diversifikationsregeln, klare Leverage-Limits und robuste Risk-Management-Standards. Alle unsere Investments sind täglich liquide.“

Er weist darauf hin, dass es in mehr als zwei Jahrzehnten UCITS-Historie bei Absolute-Return-Fonds nur äußerst selten zu gravierenden Problemen gekommen ist – insbesondere im Vergleich zum klassischen Hedgefonds-Universum. Transparenz und tägliche Liquidität machen die Struktur besonders attraktiv für institutionelle Anleger, die liquide Absolute-Return-Exposures suchen.

Erfolg messen: Cash Plus bei kontrollierter Volatilität

Die Performance-Messung orientiert sich an einem Cash-plus-Benchmark. Apollo strebt Cash plus drei bis fünf Prozent pro Jahr an; die realisierte Performance lag in den vergangenen acht Jahren im Durchschnitt bei rund Cash plus vier.

Brann verweist zudem auf die sogenannte „Rule of Threes“: Cash plus drei, Volatilität unter drei, Drawdown unter drei.

Auch das Korrelationsprofil unterstreicht den Diversifikationsnutzen der Strategie: „Wenn wir uns unsere Korrelationen anschauen, sehen wir sogar eine negative Korrelation zum Bondmarkt – was im Portfolio-Kontext sehr wertvoll ist. Die Korrelation zu Aktien ist sehr gering, nahezu vernachlässigbar. Genau diese fehlende Korrelation ist der Grund, warum Absolute-Return-Strategien so gut neben traditionellen Assets in einem Multi-Asset-Portfolio funktionieren“, erklärt Brann.

Absolute Return als struktureller Diversifikator

Angesichts eines Umfelds mit höherer Volatilität und geringerer Planbarkeit sind Absolute-Return-Strategien aus Branns Sicht mehr als nur eine taktische Beimischung. Sie sollten einen festen Platz in institutionellen Portfolios haben. Ihre Fähigkeit, durch niedrige Korrelation, Manager-Diversifikation und disziplinierte Steuerung Schwankungen abzufedern, macht sie zu einem wichtigen Stabilisierungsbaustein.

Die vergangenen Jahre haben viele lang gehegte Annahmen zur Diversifikation infrage gestellt. Für Brann ist die Lehre eindeutig: Ein gut konstruiertes Absolute-Return-Portfolio kann echte Diversifikation liefern, stetige Erträge generieren und Resilienz schaffen – gerade dann, wenn traditionelle Assetklassen unter Druck geraten.

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