Fixed Income Chancen 2026

Warum ist Fixed Income im Jahr 2026 eine relevante Anlageklasse?

Die globalen Fixed-Income-Märkte stellen das größte Segment der weltweiten Kapitalmärkte dar. Laut der Securities Industry and Financial Markets Association (SIFMA) beläuft sich das ausstehende Volumen an Schuldpapieren über Staats-, Unternehmens- und strukturierte Segmente hinweg auf rund 145 Billionen US-Dollar – und übertrifft damit die globale Marktkapitalisierung von Aktien von etwa 127 Billionen US-Dollar im Jahr 2024.

Nach mehr als einem Jahrzehnt extrem niedriger Zinsen hat sich das Renditeprofil von Fixed Income deutlich verändert. Die Renditen von Staatsanleihen in den wichtigsten entwickelten Märkten haben Niveaus erreicht, die zuletzt vor der globalen Finanzkrise zu beobachten waren. In den USA lag die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen Anfang Februar 2026 bei rund 4% – ein Ausdruck sowohl der restriktiveren Geldpolitik als auch einer Neubewertung von Inflation und Laufzeitprämien. Ähnliche Entwicklungen sind in anderen entwickelten Anleihemärkten zu beobachten, wodurch entlang der Zinskurven wieder positive nominale – und teilweise auch reale – Renditen verfügbar sind.

Dieses veränderte Zinsumfeld hat die Rolle von Fixed Income in institutionellen Portfolios gestärkt. Während Anleihen zuvor nur begrenzte laufende Erträge boten und stark auf Kursgewinne oder Diversifikationseffekte angewiesen waren, leisten höhere Ausgangsrenditen nun einen substanzielleren Beitrag zur Gesamtrendite. Gleichzeitig hat die Streuung innerhalb der Zinskurven und Kreditmärkte zugenommen, wodurch differenzierte Fixed-Income-Chancen in Staatsanleihen, Investment-Grade- und High-Yield-Unternehmensanleihen, strukturierten Produkten sowie Schwellenländeranleihen entstehen.

Fixed Income als Anlageklasse

Fixed Income umfasst Schuldinstrumente, die von Staaten, Unternehmen, Finanzinstituten und supranationalen Organisationen begeben werden, um Ausgaben, Investitionen oder bilanzielle Anforderungen zu finanzieren. Diese Instrumente bieten in der Regel vordefinierte Zahlungsströme in Form von Kuponzahlungen sowie die Rückzahlung des Nominalbetrags bei Fälligkeit. Zusammen bilden sie das Rückgrat der globalen Finanzierungs­märkte.

Staatsanleihen machen den größten Anteil am ausstehenden Fixed-Income-Volumen aus, getrieben durch anhaltend hohe Emissionstätigkeit in den entwickelten Märkten. Laut Bank for International Settlements (BIS) überstieg das weltweit ausstehende Volumen an Staatsanleihen im Jahr 2024 die Marke von 70 Billionen US-Dollar, während sich der verbleibende Anteil auf Unternehmensanleihen, strukturierte Produkte und weitere Schuldinstrumente verteilt.

Aus Marktsicht werden die Renditen im Fixed-Income-Bereich im Wesentlichen durch zwei Faktoren bestimmt: Zinsrisiko und Kreditrisiko. Das Zinsrisiko wird üblicherweise über die Duration gemessen, die die Sensitivität von Anleihepreisen gegenüber Veränderungen des Zinsniveaus beschreibt. Anleihen mit längerer Duration reagieren stärker auf Zinsbewegungen und weisen entsprechend höhere Preisschwankungen auf, während Papiere mit kürzerer Duration weniger zinssensitiv sind.

Das Kreditrisiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Emittent ausfällt oder sich seine Bonität verschlechtert. Dieses Risiko wird über Kreditspreads kompensiert, also den Renditeaufschlag gegenüber einer risikofreien Referenz wie Staatsanleihen. Die Höhe der Spreads variiert deutlich zwischen den Segmenten: Investment-Grade-Anleihen weisen typischerweise geringere Spreads und eine höhere Liquidität auf, während High-Yield-Anleihen höhere Renditen bieten, jedoch mit erhöhtem Ausfall- und Liquiditätsrisiko einhergehen.

Neben Renditen und Risikoprämien spielt Fixed Income traditionell eine zentrale Rolle in der Portfolioallokation aufgrund seines Korrelationsprofils. Über lange Zeiträume hinweg zeigten qualitativ hochwertige Staatsanleihen häufig eine geringe oder sogar negative Korrelation zu Aktien – insbesondere in Stressphasen. In den letzten Jahren hat sich diese Beziehung jedoch als instabil erwiesen, insbesondere in inflationgetriebenen Marktkorrekturen, wodurch die Funktion von Staatsanleihen als verlässlicher Diversifikator eingeschränkt wurde.

Auch Liquidität und Marktstruktur unterscheiden Fixed Income wesentlich von Aktien. Kernmärkte für Staatsanleihen zählen zu den liquidesten weltweit, unterstützt durch Primary-Dealer-Systeme und die Aktivitäten von Zentralbanken. Demgegenüber ist die Liquidität in Unternehmensanleihen und strukturierten Produkten deutlich zyklischer und kann insbesondere in Stressphasen stark abnehmen, was zu höherer Preisdifferenzierung und Volatilität führt. Laut BIS verschlechtern sich die Liquiditätsbedingungen in Fixed-Income-Märkten in Risikoaversion-Phasen oft stärker als in Aktienmärkten, was unter anderem auf regulatorische Bilanzrestriktionen bei Intermediären und die überwiegend außerbörsliche Handelsstruktur zurückzuführen ist.

Ein weiterer prägender Faktor sind die Emissionsdynamiken. Im Gegensatz zu Aktien werden Fixed-Income-Märkte kontinuierlich durch Refinanzierungszyklen, fiskalische Defizite und geldpolitische Maßnahmen beeinflusst. Das Angebot an Staatsanleihen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, bedingt durch strukturell höhere Defizite und krisenbedingte Ausgabenprogramme. Gleichzeitig wurde die Emissionstätigkeit von Unternehmen zunehmend durch Refinanzierungsbedarf geprägt, insbesondere im Zuge des starken Zinsanstiegs seit 2022.

Insgesamt lässt sich Fixed Income daher weniger als homogene Anlageklasse, sondern vielmehr als ein Geflecht miteinander verbundener Teilmärkte verstehen. Renditen, Risiken und Liquiditätsbedingungen unterscheiden sich erheblich je nach Emittent, Laufzeit und Struktur und werden maßgeblich durch Geldpolitik, fiskalische Rahmenbedingungen und Investorenpositionierung beeinflusst. Diese strukturellen Eigenschaften erklären die große Bandbreite innerhalb der Fixed-Income-Märkte und warum sich Entwicklungen in einzelnen Segmenten im Zeitverlauf deutlich auseinanderentwickeln können.

Fixed Income Chancen heute

Das aktuelle Fixed-Income-Umfeld zu Beginn des Jahres 2026 ist geprägt von erhöhten Ausgangsrenditen, vergleichsweise engen Kreditspreads sowie einer deutlichen Differenzierung entlang der Zinskurven und Kreditsegmente. Während die Renditen in den Kernmärkten für Staatsanleihen über weite Teile der 2010er-Jahre nahe null lagen, bewegten sich die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen Anfang 2026 überwiegend im Bereich von mittleren 3% bis niedrigen 4% – Niveaus, die in den vergangenen Jahren nicht durchgängig zu beobachten waren.

Die Entwicklung von Fixed Income war im Jahr 2025 in vielen Segmenten positiv. Insbesondere Staatsanleihen aus Schwellenländern sowie Unternehmensanleihen im Investment-Grade-Bereich mit mittleren Laufzeiten zählten zu den besser performenden Kategorien, unterstützt durch laufende Kuponerträge und nachlassenden Inflationsdruck.

Die Zinskurven in den wichtigsten Märkten zeigen weiterhin dynamische Verläufe und spiegeln unterschiedliche geldpolitische Erwartungen sowie makroökonomische Signale wider. In Teilen hat sich die Steilheit zwischen kurzen und langen Laufzeiten im historischen Vergleich wieder erhöht, gleichzeitig preisen die Märkte für 2026 ein eher seitwärts gerichtetes Zinsumfeld ein – vor dem Hintergrund moderater Lockerungsschritte der Zentralbanken bei weiterhin über dem Ziel liegender Inflation.

Auch die Spreaddifferenzierung bleibt ein wesentlicher Treiber innerhalb der Fixed-Income-Märkte. Trotz historisch enger Spreads sowohl im Investment-Grade- als auch im High-Yield-Segment bestehen weiterhin Unterschiede zwischen Bonitätsstufen und Sektoren, die zu unterschiedlich verlaufenden Renditeentwicklungen in den einzelnen Segmenten führen.

Zentrale Fixed-Income-Segmente und wo sich Chancen ergeben

Staatsanleihen

Staatsanleihen bleiben der Referenzpunkt der globalen Fixed-Income-Märkte und stellen Liquidität, Durationsexposure sowie Bewertungsmaßstäbe über verschiedene Anlageklassen hinweg bereit. Das Emissionsvolumen ist in den vergangenen zehn Jahren strukturell gestiegen, getrieben durch höhere fiskalische Defizite und Refinanzierungsbedarf. Laut BIS überstieg das weltweit ausstehende Volumen an Staatsanleihen im Jahr 2024 die Marke von 70 Billionen US-Dollar, wobei das Angebot angesichts auslaufender niedrig verzinster Anleihen, die zu höheren Zinsen refinanziert werden, weiterhin hoch bleiben dürfte.

Im aktuellen Umfeld ergeben sich Chancen bei Staatsanleihen zunehmend aus Relative-Value-Ansätzen über Zinskurven und Regionen hinweg, weniger aus einer generellen Renditekompression. Unterschiedliche fiskalische Entwicklungen und geldpolitische Erwartungen haben zu divergierenden Laufzeitprämien zwischen US-Staatsanleihen, Staatsanleihen der Eurozone und anderen entwickelten Märkten geführt und damit die Streuung zwischen den Märkten erhöht.

Investment-Grade-Unternehmensanleihen

Investment-Grade-Anleihen stoßen weiterhin auf hohe institutionelle Nachfrage, da sie Rendite, Liquidität und solide Bilanzqualität kombinieren. Obwohl die Kreditspreads in diesem Segment unter langfristigen Stressniveaus liegen, haben die gestiegenen Renditen von Staatsanleihen die Gesamtrenditen auf Niveaus angehoben, die seit der globalen Finanzkrise nicht mehr durchgängig zu beobachten waren.

Emittenten mit stabilen Cashflows und gut planbaren Refinanzierungsprofilen behalten in der Regel den Zugang zum Kapitalmarkt, während Unternehmen mit höherem Verschuldungsgrad oder kurzfristigem Finanzierungsbedarf stärker unter Beobachtung stehen. Diese Entwicklung hat die Spreaddifferenzierung innerhalb des Investment-Grade-Segments erhöht, insbesondere in zinssensitiven Sektoren.

High-Yield-Unternehmensanleihen

High-Yield-Anleihen bieten höhere laufende Erträge, sind jedoch stärker von konjunkturellen Entwicklungen und Refinanzierungsbedingungen abhängig. Die Ausfallraten sind gegenüber den Tiefständen nach der Pandemie gestiegen, liegen jedoch laut großen Ratingagenturen weiterhin auf moderatem Niveau im historischen Vergleich. Gleichzeitig führt die in den kommenden Jahren anstehende Refinanzierungswelle („Maturity Wall“) zu einer stärkeren Differenzierung zwischen Emittenten mit stabilem Marktzugang und solchen, die auf günstige Marktbedingungen angewiesen sind.

Infolgedessen entwickelt sich die Performance im High-Yield-Segment zunehmend emittentenspezifisch, wobei die Spreaddifferenzierung stärker durch Faktoren wie Verschuldung, Zinsdeckungsgrad und Sektorzugehörigkeit geprägt ist als durch breite Marktbewegungen.

Schwellenländeranleihen

Schwellenländeranleihen umfassen Staats- und Unternehmensanleihen aus einer Vielzahl von Volkswirtschaften mit unterschiedlichen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Chancen in diesem Segment werden maßgeblich durch lokale Zinszyklen, Währungsentwicklungen und externe Finanzierungsbedingungen bestimmt.

Analysen des Global Financial Stability Report des IWF zeigen, dass sich restriktivere globale Finanzierungsbedingungen und höhere US-Zinsen unterschiedlich auf Schwellenländer auswirken. Länder mit soliden fiskalischen Positionen, geringerer Auslandsverschuldung und glaubwürdiger Geldpolitik erweisen sich in der Regel als robuster als stärker verschuldete Staaten. Emittenten mit hohem Refinanzierungsbedarf oder signifikanter Fremdwährungsverschuldung bleiben hingegen anfälliger für Veränderungen der globalen Risikostimmung und Kapitalflüsse.

Lokalwährungsanleihen reagieren besonders sensibel auf Inflation und Wechselkursvolatilität, während Hartwährungsanleihen stärker von der globalen Risikobereitschaft und den US-Zinserwartungen beeinflusst werden. Diese Unterschiede tragen zu einer heterogenen Entwicklung zwischen Regionen und Emittenten bei.

Strukturierte Kreditprodukte

Strukturierte Produkte wie Asset-Backed Securities (ABS), Mortgage-Backed Securities (MBS) und Collateralized Loan Obligations (CLOs) bilden ein eigenständiges Segment innerhalb der Fixed-Income-Märkte. Diese Instrumente basieren auf zugrunde liegenden Forderungspools und werden durch Faktoren wie vorzeitige Rückzahlungen, die Qualität der Sicherheiten und strukturelle Schutzmechanismen beeinflusst.

Laut SIFMA bleibt das Emissionsvolumen in den US-amerikanischen Verbriefungsmärkten hoch, wobei Agency-MBS den größten Anteil ausmachen, während Non-Agency- und strukturierte Kreditmärkte weiterhin durch komplexitätsbedingte Bewertungsunterschiede geprägt sind.

Liquiditäts- und Komplexitätsprämien spielen in diesem Segment eine zentrale Rolle und tragen zu einer Renditedifferenzierung bei, die weniger stark mit klassischen Unternehmensanleihenindizes korreliert ist.

Rolle von Fixed Income in Multi-Asset-Portfolios 2026

Die Rolle von Fixed Income in Multi-Asset-Portfolios hat sich im Zuge veränderter Zinsregime, Inflationsdynamiken und Korrelationsstrukturen weiterentwickelt. Anstatt eine einzelne Funktion zu erfüllen, kann Fixed Income heute über mehrere Kanäle zum Portfolio beitragen – insbesondere durch laufende Erträge, Liquiditätsbereitstellung und differenzierte Risikobeiträge in unterschiedlichen Marktphasen.

Höhere Ausgangsrenditen haben den Ertragsaspekt wieder zu einem wesentlichen Treiber der Portfoliorendite gemacht. Analysen von BIS und IWF zeigen, dass Phasen mit erhöhten Anleiherenditen tendenziell mit verbesserten zukünftigen Ertragsaussichten im Fixed-Income-Bereich einhergehen – selbst wenn Kursgewinne begrenzt bleiben. Im Vergleich zur Zeit nach der Finanzkrise macht der laufende Ertrag heute einen deutlich größeren Anteil an den erwarteten Gesamterträgen aus.

Aus Sicht der Portfolioallokation bleibt Fixed Income ein zentraler Anker für Liquidität. Staatsanleihen und qualitativ hochwertige Kreditmärkte zählen weiterhin zu den liquidesten Marktsegmenten weltweit und ermöglichen insbesondere in Stressphasen eine effiziente Anpassung von Portfolios. Zudem spielen Staatsanleihemärkte eine zentrale Rolle als Transmissionsmechanismus der Geldpolitik, was ihre systemische Bedeutung weiter unterstreicht.

Gleichzeitig ist die Diversifikationsfunktion von Fixed Income weniger stabil geworden. Wie bereits angesprochen, haben sich die Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen in inflationären Marktphasen als weniger verlässlich erwiesen, wodurch die klassische Rolle von Fixed Income als Risikoabsicherungsinstrument eingeschränkt wurde. Analysen des IWF zeigen, dass Korrelationen zunehmend regimespezifisch sind und stärker von Inflation, Wachstumserwartungen und geldpolitischer Glaubwürdigkeit beeinflusst werden als allein von der Zugehörigkeit zu einer Anlageklasse.

Innerhalb von Multi-Asset-Portfolios führt dies zu einer stärkeren Differenzierung innerhalb von Fixed Income. Duration, Kreditrisiken, strukturierte Produkte und Schwellenländeranleihen reagieren unterschiedlich auf makroökonomische Entwicklungen, sodass sich auch innerhalb von Fixed-Income-Allokationen deutlich divergierende Ergebnisse ergeben können. Diese Heterogenität ermöglicht es, Fixed Income gezielt für verschiedene Funktionen einzusetzen – von Ertragsgenerierung über Relative-Value-Strategien bis hin zur selektiven Risikoallokation – anstatt es als homogenen Portfoliobaustein zu betrachten.

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