Emerging Markets Ausblick 2026: Selektive Chancen

Nach einem starken Jahr 2025 starten Schwellenländeraktien mit Rückenwind in das Jahr 2026. Im Januar-Ausblick für Emerging Markets geht City of London Investment Management (CLIM) davon aus, dass mehrere makroökonomische und ertragsseitige Faktoren, die im vergangenen Jahr unterstützend wirkten, auch in den kommenden Monaten Bestand haben dürften. Trotz ausgeprägter Unterschiede zwischen einzelnen Ländern sieht der auf Emerging Marktes spezialisierte Asset Manager das Umfeld für EM-Aktien insgesamt weiterhin als konstruktiv an. „Zu den zentralen Treibern zählen ein schwächerer US-Dollar, anhaltende KI-bezogene Investitionen sowie eine verbesserte Gewinndynamik im EM-Technologiesektor“, betont Justin Kariya, Head of Economic and Market Strategy.

Mit Blick auf die Dollarschwäche im Verlauf des Jahres 2025 erwartet CLIM bei einer weiterhin dovish ausgerichteten US-Notenbank zusätzliche Impulse durch Zinsdifferenzen. „Dies ist ein Faktor, der unsere positive Einschätzung für EM-Aktien untermauert und zugleich die Länderallokation mitbestimmt“, so Kariya.

Das Gewinnwachstum, insbesondere im Technologiesektor, bleibt eine weitere tragende Säule des konstruktiven EM-Ausblicks. Der Asset Manager verweist auf die Bedeutung von Investitionen rund um künstliche Intelligenz entlang der EM-Lieferketten und unterstreicht, dass KI ein „zentrales Thema bleibt“, trotz anhaltender Diskussionen über das Tempo der Investitionen großer US-Technologiekonzerne. CLIM geht davon aus, dass die Ausgaben in den kommenden Quartalen weiter steigen und die Ertragsdynamik in Märkten mit hoher Halbleiter- und Hardware-Exponierung – etwa in Südkorea – stützen werden.

Bei der Positionierung setzt CLIM auf eine klare Länderfokussierung. Südkorea bleibt die Übergewichtung mit der höchsten Überzeugung, gefolgt von Taiwan, China, Vietnam, Mexiko und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Stabilität Chinas ist nach Einschätzung des Asset Managers weiterhin ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Schwellenmärkte. Zwar blieben chinesische Aktien 2025 leicht hinter dem breiteren EM-Index zurück, doch merkt Kariya an: „China könnte die Märkte überraschen, wie bereits im September 2024 und im Januar 2025 zu beobachten war.“ Eine verbesserte Gewinnentwicklung, nachlassender Währungsdruck sowie unterstützende politische Maßnahmen könnten insbesondere den heimischen Märkten neuen Auftrieb verleihen. Vor diesem Hintergrund bevorzugt CLIM weiterhin Onshore-Aktien und betont: „A-Aktien sind stärker inländisch investiert und daher weniger anfällig für ausländische Kapitalabflüsse sowie potenziell empfänglicher für politische Unterstützungsmaßnahmen.“

Gleichzeitig weist CLIM auf mehrere Faktoren hin, die den Ausblick im Jahresverlauf 2026 verändern könnten. Die US-Innenpolitik gilt als Unsicherheitsfaktor, da die anstehenden Zwischenwahlen Auswirkungen auf Fiskal-, Handels- und Energiepolitik haben könnten. Auch Entwicklungen an den globalen Energiemärkten dürften die relative Performance innerhalb der Schwellenmärkte beeinflussen, da angesichts anhaltender Angebotsüberschüsse mit weiter gedämpften Ölpreisen gerechnet wird.

Vor diesem Hintergrund dürfte die EM-Performance 2026 voraussichtlich uneinheitlich bleiben. Umso wichtiger bleibt es, politische Veränderungen, geopolitische Entwicklungen und makroökonomische Wendepunkte ebenso im Blick zu behalten wie eine sorgfältige Länder- und Titelselektion.

Den vollständigen Ausblick finden Sie hier.

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